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Ein großes Geschäft treiben hier in Venedig die Buchverkäufer, die sich in den verschiedenen Lobbies der Festivalkinos eingenistet haben, und über jeden Regisseur, jede Gechmacksrichtung, jede historische Phase des Kinos und über alle Filmfestivals der vergangenen Jahre dicke Bände und Monografien anbieten. Bei Durchsicht der hier erhältlichen Kataloge der Mostra der letzten paar Jahre fällt sofort auf: von den jeweils 180 bis 220 Filmen, die hier jedes Jahr um Gehör (und Gesicht) werben, erinnert man sich höchstens an 20 pro Jahr. Und die laufen dann auf allen Festivals immer wieder, während die anderen in kommerziellen Versenkungen verschwunden sind. Und das, erkennt man mit Schrecken, hat nichts mit ihrer Qualität zu tun.
Was ist das dann für eine kuriose Einrichtung, so ein Filmfestival, wo man als Regisseur mit Hoffnung und vielen persönlichen Opfern hinstrebt, um dann durch die total zufällige Gegenüberstellung mit Werken aus anderen Kulturen im Wettkampf zu unterliegen, ohne dass so eine Konkurrenz der Verschiedenheit der Ausgangspunkte, der Verschiedenheit der Botschaften, der Verschiedenheit der Ausdrucksformen und der Traditionen deines Landes und schon garnicht der Verschiedenheit der Mengen der vorhandenen Mittel Rechnung trägt? Wo hat es je eine Kunstausstellung gegeben, wo Picasso mit Matisse konkurriert (und einer danach vergessen wird) oder Henry Moore mit Brancusi, nur weil zufällig beide sich der dreidimensionalen Form bedienen? Ist die Darbietung eines Werkes auf Leinwänden ein Grund, Unvergleichliches nicht nur zu vergleichen, sondern sogar auf der Basis der äußeren Form abzuurteilen? more...
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