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Gemeinsamer Nenner? Das Wandern sei des Müllers Lust. Oder?
Die Müller sind heutzutage wahrscheinlich die einzigen, die nicht wandern, aber ob der Rest der Berufe (oder Berufsuchenden),die heute zu dieser weltweiten Aktivität verdammt sind, daran die Lustempfinden, die ein anderes Zeitalter noch der Bewegung als Selbstzweckzuerkannte, ist spätestens nach der Einsicht der meisten der in diesem Jahre in Cannes laufenden Filme zu bezweifeln.
Alles Fliesst genügt auch nicht mehr, denn es geht ja nicht mehr um Den Weg Vorwärts, Relativität und Quantentheorie, Zugvögel, Verbesserung, Neustarten, Angst, Verfolgung, Hunger, Krieg, Intoleranz, Global Warming, Erkenntnisse oder Selbstfindung, oder wie der Rest der Alibis für die Völkerwanderung des 21. Jahrhunderts alle heissen mögen, sondern hier ist etwas tieferes im Spiel, eine innere Heimatlosigkeit der Seele, einkrampfhaftes Klammern an bekannte Werte, an unsicheren,, da diktierten Glauben an Wasauchimmer - an Ideologie, Erziehung, Vaterkultur, Solidarität und immer mehr auch an den Rettungsring Religion.
Fast keiner der bisher gezeigten Filme behandelt ein anderes Thema. Und nicht nur die Themata der Filme handeln von Abschied, Verlust, Verbannung, Familienzerfetzung, Grenzen, Grenzen und wieder Grenzen, äusserliche und innerliche, sondern auch schon die Herkunft der Filme und die ihrer Hersteller ist aussageträchtig. Plötzlich gibt es 20 neue Filmländer,30 Neue Filmemacher, (und in jedem Festival neue Sektionen dafür) und Neue Filmtechnologien, Neue Kinoformen, Neue Wirtschaftsstrukturen, Neue Generationen, Neue Freiheit der Mittel, Neue Vertriebswege. Aber Neue Inhalte? Der Neue Inhalt ist der alte Inhalt und es ist der niedrigste gemeinsame Nenner: Unsicherheit, Bewegung, Flucht, das Wandern der Seelen. more...
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