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Das Europäische Institut des Kinofilms in Karlsruhe setzt seine Reihe mit Sonderveranstaltungen und Seminaren zum europäischen Film am 11. Juni mit dem niederländischen Filmemacher Gert de Graaff fort, dessen filmische Reflexion "Die See die denkt" eines der Aufsehen erregenden Werke der letzten Festival-Saison war. Zunächst wird im Blauen Salon der Hochschule für Gestaltung ein Seminar mit dem Regisseur stattfinden, das allen Interessierten offen steht. Im Anschluss an diese Veranstaltung wird der Film "Die See die denkt" im Filmpalast am ZKM gezeigt werden. Auch hier wird der Regisseur Gert de Graaf anwesend sein und nach dem Film für Fragen zur Verfügung stehen.
"Die See die denkt" erzählt die Geschichte eines Drehbuchautors, der im Film gerade dabei ist, genau diesen Film zu gestalten, dessen Hauptperson er selbst nach außen hin repräsentiert - eine Doppelbödigkeit, die sich binnen kurzer Zeit auch auf den Zuschauer überträgt und ihn zum Nachdenken über sich selbst und sein Verhältnis zur so genannten Realität anregt. Dabei fällt eine Einordnung des sperrigen Werkes selbst ausgemachten Filmkennern nicht leicht. Ist es ein Dokumentarfilm über Erkenntnisphilosophie? Oder vielmehr ein Sammelsurium von optischen Gags und Kippbildern? Oder erzählt der Film ganz einfach die Geschichte über das private Schicksal eines Drehbuchschreibers? Sicherlich ist von all diesen Elementen etwas dabei, vor allem aber ein sehr origineller Ansatz, mit den Mitteln des Films einige der Ansichten über die Welt, wie wir sie sehen, in Frage zu stellen. Zugleich gelingt Gert de Graaf aber auch der Spagat, philosophische Ansätze ohne den großen Zeigefinger darzustellen, ohne sie bis zur Trivialität zu verstümmeln und zugleich eine spannende und unterhaltende Filmstory zu erzählen, bei der einem zeitweils die Augen über gehen.
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