Chronik einer Zeitwende - von Peter W. Jansen
Heute vor vierzig Jahren wurde das Oberhausener Manifest unterschrieben

Das Foto der Unterzeichner
(Quelle: Internationale Kurzfilmtage Oberhausen).
Die Namen (im Uhrzeigersinn von unten nach oben): Bernhard Dörries, Borris von Borresholm, Edgar Reitz, Haro Senft, Alexander Kluge, Hans Loeper, Walter Krüttner, Bodo Blüthner, Heinz Tichawsky, Ramond Ruehl, Wolfgang Urchs, Fritz Schwennicke, Peter Schamoni, Hans Rolf Strobel, Ferdinand Khittl, Detten Schleiermacher, Dieter Lemmel, Franz-Josef Spieker, Rob Houwer (es fehlen: Christian Doermer, Heinz Furchner, Pitt Koch, Ronald Martini, Hansjürgen Pohland und Herbert Vesely).

Bei der Berlinale konnte man sie jetzt noch einmal sehen, die beiden erfolgreichsten Protagonisten vom 28. Februar 1962. Kluge und Reitz gehören zu den wenigen, die übrig blieben von den 26, die damals unterschrieben: "Der Zusammenbruch des konventionellen deutschen Films entzieht einer von uns abgelehnten Geisteshaltung endlich den wirtschaftlichen Boden." So geht es zwei Dutzend Zeilen weiter bis zur finalen Fanfare: Der alte Film ist tot. Wir glauben an den neuen." Die Altbranche, wie man das damals nannte, schäumte, wenn sie den Text der ,Bubis" überhaupt zur Kenntnis nahm, und in den Zeitungen fanden sich ironische Kommentare. Denn was hatten sie vorzuweisen, die Manifestanten? Ein paar Kurzfilme, weshalb sie ja auch bei den Westdeutschen Kurzfilmtagen waren und die gesunde Arroganz der Jugend. Da bei waren die später Berühmten, waren etwa Fassbinder und Wenders, beide 16 oder 17 Jahre alt, noch nicht mit von der Partie. more...

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